E-Kanban im IoT

Mit Smart Button Materialien direkt an der Produktionslinie anfordern

 
Der Kunde

Der Kunde in dieser Case Study ist eine Konzerntochter, die zu den führenden Herstellern von Baustoffen zählt. Aufgrund der Aktualität des beschriebenen Falles ist das Projekt noch Top Secret und wird nur anonymisiert im Hinblick auf Ziel, Lösung und Nutzen dargestellt.

 

Ziel

Ziel war eine Automatisierung der Nachbefüllung nicht bestandsgeführter Produktionsmaterialien an der Produktionslinie. Dabei sollte auch erfasst werden, wer die Anforderung getätigt hat. Zudem sollte dem Einkäufer auch noch eine individuelle Prüfung ermöglicht werden, wo er das angeforderte Material bestellt. Andere Anbieter hatten bei ihren Konzepten immer nur die Bestellung bei einem bestimmten Lieferanten ermöglicht. In den Jahren zuvor mussten diese Bestellaufträge sämtlich manuell erfasst und kommuniziert werden, was immer wieder zu Problemen, Verzögerungen oder Fehlern führte. In Extremfällen drohte sogar der Stillstand von Produktionsmaschinen und damit der Ausfall einzelner Fertigungsschritte bis hin zur kompletten Produktionslinie.

Lösung

Comarch erreichte dieses Ziel, indem Fertigungslinien mit Smart Buttons ausgestattet wurden. Diese sind mit Beacons über NB-IoT / LTE CatM mit der Comarch IoT Platform vernetzt und an Comarch ERP Enterprise angebunden. Der Smart Button ist eine Art „Amazon-Dash-Button in Gut und Legal“ zur einfachen Bestellung von Material an eine bestimmte Fertigungsstation in der Produktion. Hierzu wird der Smart Button über einen Chip aktiviert. Dabei fanden die bereits zuvor im Unternehmen eingesetzten Chips Verwendung, die zum Beispiel zur Zugangskontrolle dienen und eine genaue Zuordnung an eine bestimmte Person erlauben. Hat nun ein Mitarbeiter den Smart Button aktiviert, wird die Anforderung automatisch über das Internet of Things an Comarch ERP Enterprise übertragen, welches vollautomatisch eine Bestellanforderung generiert. Diese erscheint umgehend bei den Aufgaben für den jeweils zuständigen Einkäufer auf dessen Device. Nun leitet Comarch ERP Enterprise den Einkäufer an, wie er den Auftrag umzusetzen hat und ermöglicht ihm dabei ggf. vorher auch, den jeweils besten, günstigsten, schnellsten Anbieter auszusuchen.

Im Grunde wird hier das bewährte Prinzip der Nachschubversorgung mit Kanban digitalisiert und vereinfacht. In einer Fließbandfertigung wie im vorliegenden Fall können diverse Materialien aus bestimmten Gründen (z.B. Volumen) nicht vor Ort bereitgestellt werden. Also wird die kontinuierliche Nachschubsteuerung mit dem Modell von E-Kanban umgesetzt. Durch den Smart Button und die IoT-Anbindung lässt sich das klassische Kanban deutlich verschlanken: das Ausfüllen und Abgeben eines Scheins in einen Briefkasten, den ein Gabelstapelfahrer dann bei seiner Runde ausleert und die zig anderen Schritte zur Weiterbearbeitung des Papiers werden nun durch smarte Tools ersetzt, welche die Daten automatisch übermitteln: Nach einem Klick weiß das zentrale ERP-System und damit jeder (Befugte) im Unternehmen, dass Mitarbeiter Michael Müller ganz hinten 500 Schrauben braucht.

Ausblick

Dabei ist sogar schon ein weiterer Digitalisierungsschritt vorbereitet: Sobald der Sensor durch Messung von Prozessparametern wie Temperatur selbst erkennt, dass ein bestimmtes Material zur Neige geht, kann er den Button statt eines Michael Müllers selbständig aktivieren.

Nutzen

Zeit

Produktionsmaterialien werden in Echtzeit nachbestellt.

Auslastung

Keine Ausfallzeiten durch schnelle Verfügbarkeit von Produktionsmaterialien.

Kontrolle

Status und Schritte des kompletten Bestellprozesses zeigen im ERP-System: Wer hat wann was angefordert, was von wem bei welchem Lieferanten bestellt wurde.

Wissen

Optimierungspotentiale in Richtung Predictive Maintenance (PdM): Erfassung der Bestellaufträge gibt Aufschluss, wie lange bestimmte Materialien vorhalten und wann Nachschub bestellt werden muss.

Kosten

Einsparung von Papier.

Qualität

Qualitätssicherung durch Abschaffung eines umständlichen, manuellen Prozesses, Vermeidung von Fehlern durch Digitalisierung der Kommunikation.


Angewendete Lösungen


Weitere Anwendungsbeispiele

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