Im Großhandel gilt es, schnell und zuverlässig Waren, Transportmittel und Akteure zu steuern. Die Methoden haben sich seit vielen Jahrzehnten eingespielt und doch werden sie durch die Digitalisierung stetig erweitert. An welchen Technologien man als Großhändler nicht vorbeikommt, zeigt Experte Thomas Böing, der als Consultant bei Comarch zahlreiche Unterhemen vom großen Transportkonzern bis zum mittelständischen Handels- und Produktionsbetrieb betreut.

Einerseits lastet ein gewisser Druck auf dem Großhandel, da etablierte Geschäftsmodelle und -partnerschaften zunehmend an Bedeutung verlieren. Man denke nur an den Handel mit Musik oder Filmen. Wurden zu Beginn des Jahrtausends noch tonnenweise Bild- und Tonträger in physischer Form verschifft, so wurden diese Produkte in einem großen Maße durch digitale Streaming-Angebote verdrängt. Ein weiteres Beispiel ist der Siegeszug von Amazon als online-only-Vollsortimenter. Die Digitalisierung hat jedoch nicht nur Verdrängungen, sondern auch Vereinfachungen mit sich gebracht. Mit digitaler Unterstützung werden ganz neue Herangehensweisen, Prozesse und Geschäftsmodelle möglich.


Ständige Nachverfolgung mit Asset Tracking

Gerade im Bereich der Logistik ergeben sich vielfältige Potentiale, Prozesse zu digitalisieren: zum Beispiel durch Asset Tracking. Hier spielen Etiketten eine wichtige Rolle. Gerade an der Stelle im Prozess, wo sich das Etikett mit dem Warenwirtschaftssystem abgleicht, gibt es die Chance, anzusetzen. „smart-TEC“ ist zum Beispiel ein Hersteller von RFID- und NFC-Kennzeichnungslösungen.
Dabei geht es um Etiketten, die mit RFID-Transpondern digital ausgerüstet sind ultraflach auf Folien an ein Produkt angebracht werden. So kann jedes beliebige Produkt digital aufgerüstet werden.


Digitale Produktidentifikation mit „smart-TEC“ und Comarch ERP Enterprise

Bereits beim Wareneingang lässt sich so eine blickdicht verschweißen Palette mit Folie eindeutig identifizieren. Was klassische Aufkleber mit Barcodes oder QR-Codes auch geleistet haben, läuft nun digital. In Barcodes und QR-Codes war die Info verschlüsselt und musste über optische Lesegeräte dem System zugänglich gemacht werden: ein Etikett ist ein normaler Schlüssel. Wie macht man daraus einen Schlüssel, der ansteuerbar ist, der smart ist und sich selbst ins Schloss steckt? Genau hier liegt der Vorteil der digitalen Transponder. Sie müssen nicht mehr an exponierten Stellen befestigt werden, damit sie von außen gelesen werden können, um sie zu identifizieren. Zudem
konnte man die klassischen Papier-Etikettierungen nicht wiederverwenden. Auch Verschmutzungen sorgten hier oft für Probleme.

Vorteile von Papieretiketten

  • Einfach zu erzeugen: Barcode-Etikettensoftware im ERP-System.
  • Vielseitige Massenware: Preisgünstig und flexibel einsetzbar.

Nachteile von Papieretiketten

  • Immer Sichtkontakt nötig: Scanner muss Barcode erreichen.
  • Probleme mit Auslesen: Verschmutzungen stören Scan.
  • Unidirektionalen System: Der Barcode kann nicht senden, nur von einem Scanner gelesen werden.


Mit dem Einsatz von Smart-IDs lassen sich solche Labels intelligent machen kann. Sie ermöglichen es, via Signal zu identifizieren und zu lokalisieren, je nach Einsatzgebiet und Wunsch gibt es hier unterschiedliche Technologien, Reichweiten (Indoor oder Outdoor), Stromversorgungen (ohne/mit Batterie bzw. Stromanschluss) und Größen. Das einfachste Beispiel ist die Ladendiebstahlsicherung im Kaufhaus. Wurde die Sicherung nicht deaktiviert, so piepst es an der Tür und die Ware identifiziert sich selbst: „Ich bin nicht bezahlt“.

Bei der Abnahme größerer Stückzahlen sind Etiketten auch recht günstig, die Frage ist eher die nach der richtigen IT-Infrastruktur, um die RFID-Technologie zu nutzen.

Vorteile von RFID-Etiketten

  • Lange Lebensdauer: Etiketten sind robust und resistent.
  • Überall erfasst: Keine Sichtverbindung erforderlich wie bei Barcodes.
  • Massenerfassung: Mit einer Erfassung können hunderte Pakete erfassen kann.
  • Live-Technologie: Datenaustausch in Echtzeit.

Nachteile von RFID-Etiketten

  • Größere Lösung erforderlich: Kosten für Infrastruktur.
  • Bauliche Begebenheiten: Metallummantelungen stören Funkumfeld.


Dieser Vergleich von Vor- und Nachteilen zeigt, dass man die RFID-Etiketten nicht eben mal in der nächsten Frühschicht neu einführen kann, aber dass sich eine Einführung langfristig lohnt: Es wird effizienter und schneller möglich, wichtige Logistikprozesse zu steuern und Produkte eindeutiger zu identifizieren als mit Barcode.

Lokalisierung von Ware, Träger und Transportmittel

Die auch als Smart Tags bezeichneten RFID-Etiketten können sowohl an ein Produkt, einen Ladungsträger oder an ein Transportmittel angebracht werden, um diese eindeutig zu identifizieren, egal ob der Ladungsträger eine Palette oder Gasflasche ist. Der zweite Vorteil ist nun die genaue Lokalisierung: Wo ist die Ware und wer transportiert sie gerade? Mit den Antworten auf solche Fragen sind unterschiedliche Szenarien im Logistikprozess abbildbar.

Die von den Sendern ausgegebenen Informationen müssen weitertransportiert werden. Hier bietet sich die Comarch IOT Plattform als Daten- und Prozess-Hub und Konnektor für Devices an. Mit dem IOT (Internet of Things) vernetzte Hubs oder IOT-Gateways nehmen Informationen von den Sendern entgegen und transportieren sie an die IOT-Plattform, wo analysiert wird, was mit den Daten geschehen soll: Zur Analyse ins BI-Portal oder die Warenbewegungen ans ERP-System? Die so generierten Daten könne nämlich alle an das ERP-System übergeben werden, um dort Prozesse anzustoßen oder abzuschließen, zum Beispiel Umbuchungen. So ist immer völlige Transparenz im ERP-System gewährleistet, ohne dass jemand manuell einen Vorgang gebucht oder gescannt hat, alle Prozesse laufen automatisch, schnell und zeitnah bzw. in Echtzeit ab.

So lassen sich nicht nur Umbuchung im Hintergrund automatisiert und in Echtzeit ausführen ohne weitere menschliche Interaktion. Vielmehr kann der vollständige Transportweg getrackt werden, sei es im LKW, auf dem Containerschiff oder im Container selbst. Die GPS-Daten stehen dann über Satellit zur Verfügung, um den ganzen Transport nachzuvollziehen. Zudem lassen sich auch die Zustände eines Produktes wie Temperatur, Gewicht oder Füllstand mit Smart-Metering-Lösungen nachvollziehen.

Basis dafür ist die IOT-Plattform von Comarch als modulares Lösungskitt, die Asset Tracking und Smart Metering ermöglicht. Das reibungslose Zusammenspiel von Comarch ERP Enterprise und den Comarch IoT-Anwendungen ermöglicht es schließlich, die Daten im ERP-System in automatische Prozesse zu überführen. Je vielfältiger die Systeme, desto wichtiger ist hier ein modernes, offenes und flexibles ERP-System das Funktionalitäten von IoT und anderen Technologien wie Künstliche Intelligenz integriert hat und so den Umgang mit Daten automatisiert und diese Daten entsprechend sammelt und verwaltet. Auch in Zukunft wird Comarch ERP Enterprise stetig als Smart Intelligence und flexible Datendrehscheibe weiterentwickelt, um stets neueste Hard- und Software-Innovationen anbinden, vernetzen und steuern zu können.

Im Webcast erfahren Sie mehr über Digitalisierungsmöglichkeiten für den Großhandel sowie aktuelle Trends und Entwicklungen: https://www.comarch.de/service-und-support/whitepaper-und-webcasts/webcast-digitalisierungschancen-im-grosshandel/

Was sind Ihre Ideen für Einsatzmöglichkeiten? Schreiben Sie es gern in die Kommentare oder kontaktieren Sie mich.

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