OEE (GAE) – eine Leistungskennzahl, die Sie im Auge behalten sollten

Zu den tagtäglichen Herausforderungen, vor denen Produktionsbetriebe stehen, zählt definitiv das Thema Produktionseffizienz. Während vereinzelte Stillstände bzw. kurze Ausfallzeiten in Unternehmen recht häufig unbeachtet bleiben, können ständige Produktionsunterbrechungen gravierende Folgen für den gesamten Betrieb haben. Eine optimale Ausnutzung der Maschinenleistung in der Produktion wirkt sich direkt auf die Effizienz aus. Um sie zu messen, wird die Kennzahl OEE (Overall Equipment Effectivness; DE: Gesamtanlageneffektivität (GAE)) verwendet.

OEE steht für Gesamtanlageneffektivität und geht auf die 1980er Jahre zurück, in denen Seiichi Nakajimas Buch über das TPM-Konzept (engl.: Total Productive Maintenance) erschien und populär wurde. Dieses Konzept setzt auf eine Instandhaltung der Produktionsanlagen und -maschinen bei maximaler Leistung, um die Produktionseffizienz zu optimieren. Eine Schlüsselrolle im TPM-Konzept spielt die OEE-Kennzahl.

Was bedeutet OEE?

Die OEE (de. GAE) gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die Ermittlung der Betriebseffizienz eines Industrieunternehmens. Neben dem deutschen Begriff Gesamtanlageneffektivität findet man auch häufig die englische Bezeichnung Overall Equipment Effectiveness bzw. deren Abkürzung OEE. Die kontinuierliche Überwachung und Analyse der OEE Kennzahl gibt Aufschluss darüber, ob eine bestimmte Produktionsmaschine kapazitätsmäßig voll ausgelastet ist. 

Durch die Bereitstellung von Echtzeitdaten lässt sich zudem einfacher ermitteln, in welcher Produktionsphase eventuelle Stillstände bzw. Verzögerungen auftreten. So haben Sie die Möglichkeit, sofort zu reagieren und entsprechende Maßnahmen zur Optimierung der Produktionsprozesse einzuleiten.

 

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Wovon hängt die OEE ab?

Für die korrekte Berechnung der OEE-Kennzahl werden die folgenden drei Faktoren herangezogen:

  • Verfügbarkeit – berücksichtigt sämtliche Ereignisse, die zur Verkürzung der Betriebszeit von Anlagen führen (bspw. Ausfälle, Stillstände und Wartungsfenster)
  • Leistung – berücksichtigt sämtliche Faktoren, die zu Produktionsverzögerungen führen (bspw. vorübergehende Unterbrechungen)
  • Qualität – berechnet die Anzahl fehlerhafter Produkte, die die Qualitätskriterien nicht erfüllen – Stichwort Fehlproduktion

Welcher GAE-Wert wird nun als gut, sprich effizient, angesehen? Nach internationalem Standard wird ein OEE-Wert von 85 % in Spitzenbetrieben als Weltklasse erachtet (wobei die o. g. Faktoren wie folgt ausfallen: Verfügbarkeit – 90 %, Leistung – 95 % und Qualität – 99 %). Für zahlreiche Fabriken ist ein solches Ergebnis jedoch schwer erreichbar (wenn auch nicht unmöglich). So weisen die meisten Betriebe einen durchschnittlichen GAE-Wert von lediglich 60 % oder weniger auf.

Im Prinzip ist es nicht möglich, einen einzigen Standardwert für die GAE als Zielvorgabe für sämtliche Produktionsbetriebe zu definieren. Daher wird jedem Betrieb empfohlen, dieses Thema individuell anzugehen und Maßnahmen zur dauerhaften Erhöhung der GAE schrittweise einzuleiten. 

Optimieren Sie Ihre GAE mit Comarch IoT MES

Zu den Tools, die eine kontinuierliche Überwachung der OEE-Kennzahl ermöglichen, zählen sogenannte Manufacturing Execution Systems (MES), die im Deutschen oft auch als Produktionsleitsysteme bezeichnet werden. Mit der Einführung von Comarch IoT MES können Sie schnell und unkompliziert Arbeitsstationen (Maschinen) identifizieren, die verbesserungsbedürftig sind und Ihre Aufmerksamkeit benötigen. Die in der Software gesammelten Echtzeitdaten werden den Produktionsmitarbeitern zur Verfügung gestellt und dienen bei Bedarf als Grundlage für die Verbesserung der Produktionseffizienz. Das System berechnet die OEE gemäß der Norm ISO 22400. 

Wenn Sie mehr über unser MES-System und weitere IoT-Lösungen erfahren möchten, besuchen Sie unsere Website oder schreiben Sie uns über unser Kontaktformular.

 

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