Industrie 4.0: Analysten, Forscher und Berater blicken in die Zukunft

Industrie 4.0: Analysten, Forscher und Berater blicken in die Zukunft

Was erwarten die Experten von Industrie 4.0? 14 Analysten, Berater und Wissenschaftler sagen ihre Meinung .


Fraunhofer-Forscher über Industrie 4.0
„Ein modernes, mobiles ERP-System mit integrierten Funktionen zur Vernetzung und Kollaboration sowie einer gesteigerten Inter-operabilität mit andern Systemen stellt die Grundlage auf dem Weg zur Industrie 4.0 dar.“
Philipp Klink
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

„Die Kopplung von ERP und Product Lifecycle Mangement in Verbindung mit smarten Objekten ermöglicht eine Echtzeit-Statusverfolgung über den gesamten Produktionszyklus. Konzepte, wie etwa Augmented Reality können somit einfacher integriert werden und lassen die Verknüpfung der realen mit der virtuellen Welt in greifbare Nähe rücken.“
Christoph Mertens
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund


Trovarit über Industrie 4.0
„Die Vision von der Industrie 4.0 ist reizvoll… insbesondere auch in den Hochlohnländern Europas. Dennoch muss man angesichts der großen Herausforderungen an Organisation, Mensch und (IT-)Infrastruktur davon ausgehen, dass es sich eher um eine Evolution als um eine Revolution handelt."
Dr. Karsten Sontow
Vorstand, Trovarit AG

 

„Industrie 4.0 wird kommen – mit dem Mittelstand oder gegen den Mittelstand. Es gilt, die eigentlich gute Ausgangslage bei realen Produkten („Made in Germany“) hin zu virtuellen Produkten und Dienstleistungen („Made in Cyberspace“) für die Märkte von morgen konsequent digital zu vollziehen. Über Erfolg oder Misserfolg von Industrie 4.0-Projekten im Mittelstand wird wieder einmal die enge und interdisziplinäre Kooperation der notwendigen Player entscheiden, wir haben dabei in Projekten mit neuartigen Methoden wie beispielsweise Design Thinking gute Erfahrungen gemacht.“

Prof. Dr. Andreas Johannsen, M.B.A.

Geschäftsführender Direktor

IBAW-Institut

TH Brandenburg University of

Applied Sciences

 

„Prozesse zu optimieren, Kosten zu beeinflussen, Ressourcen optimal nutzbar zu machen, bleiben wichtige Kernziele in der Industrie-4.0-Gedankenwelt. Neben der digitalen Integration der Produktionsdaten bieten die Vergleichbarkeit und die Transparenz der Informationen neue Instrumente für erfolgreiche Optimierungsstrategien. Zum Beispiel verschaffen Programme und Datenbanken zur Analyse der Kostenstrukturen entscheidende Vorteile im globalen Wettbewerb.“

Volker Wendland

Vorstand

IWP Consulting Group AG

 

„Eine wesentliche Herausforderung gerade für den Mittelstand ist die Nutzung aktueller IT-Technologien, um eine höhere Effizienz und Flexibilität in der industriellen Fertigung zu erreichen. In diesem Bereich müssen sich die Forschung an Hochschulen und die Anwendung in mittelständischen Unternehmen deutlich enger vernetzten, um hier einen stetigen Zugriff auf neue Ergebnisse der Informatik sicherzustellen und damit die Wettbewerbsfähigkeiten der Unternehmen für die Zukunft zu gewährleisten.“

Prof. Dr. Richard Göbel

Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Informationssysteme

Hochschule Hof

 

„Industrie 4.0 als internetbasierte Kommunikation cyber-physischer Systeme mit der realen Welt wirkt auf vier Bereiche der Wirtschaft, die wir im Anwendungszentrum Industrie 4.0 in Potsdam gemeinsam mit Lösungs- und Anwendungspartnern erproben. Produkte werden durch Industrie 4.0 individueller, smarter und besser an die Kundenbedürfnisse anpassbar. Prozesse in der Fabrik, im Handel und in der Dienstleistung werden durch Industrie 4.0 schneller. Auf Änderungen des Umfelds kann reagiert und Störungen können besser verhindert werden. Neue Geschäftsmodelle können etabliert werden, die ohne Digitalisierung und das Internet-of-Things nicht möglich wären. Schließlich bestehen neue Möglichkeiten, die Mitarbeiter in den Unternehmen besser am Arbeitsprozess teilhaben zu lassen.“ www.industrie40-live.de

Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Norbert Gronau

Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Prozesse und Systeme

Universität Potsdam

 

„Im Rahmen der Schweizer Business Software Plattform topsoft beschäftigen wir uns schon seit geraumer Zeit mit Themen der digitalen Transformation. Die Industrie 4.0–Welle bewegt sich in die richtige Richtung, denn sie rüttelt Firmen auf, das Potential der IT zu erkennen und umzusetzen – die Angebote und Voraussetzungen dazu sind vorhanden.“

Dr. Marcel Siegenthaler

Head of Consulting

schmid + siegenthaler consulting gmbh

 

„Für Handel und Industrie bedeutet es, ihre Prozesse noch intensiver, durch den Einsatz von IT und  Standards (z.B. GS1),  intern so wie extern zu vernetzen. Nur so wird gewährleistet, dass Prozesse schneller, sicherer und kostengünstiger abgewickelt werden und so Wettbewerbsvorteile erzielt werden können.“

Dieter Licht

Handels-/Prozessberatung

Innovationsmanagement - ECR - RFID – EDI

 

„Industrie 4.0 bedeutet, mit der intelligenten, sicheren und konsequenten Vernetzung der relevanten Ressourcen eine messbare Produktivitätssteigerung gegenüber der bisherigen Prozessabwicklung zu erzielen. Damit schaffen die Akteure die Grundlagen für eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit sowie für die Erschliessung neuer Märkte.“

Heiner Ackermann

Senior Consultant / Inhaber

Heiner Ackermann Consulting AG

 

„Im deutschen Mittelstand wird das Thema Industrie 4.0 immer noch eher zögerlich umgesetzt. Allerdings beobachten wir eine steigende Tendenz, was die Auseinandersetzung mit diesem Thema angeht. So sehen wir mittlerweile einige umgesetzte Projekte bei kleineren und mittelständischen Fertigungsunternehmen, die darauf abzielen, die Transparenz auf der Fertigungsebene durch die Vernetzung und Anbindung von Maschinen beispielsweise über Manufacturing Execution Systems (MES) Lösungen, zu erhöhen. Als weiteren Treiber für Industrie 4.0 betrachten wir die Entwicklungen im Bereich vorausschauende Wartung, da der Vorteil für Fertigungsunternehmen hier klar beschrieben werden kann, beispielsweise in Form von reduzierten Maschinenstillstandszeiten. Voraussetzung für die Einführung von Konzepten rund um eine vorausschauende Wartung sind zum einen vernetzte Maschinen und der Einsatz von Analysewerkzeugen, welche die operativen Maschinendaten dahingehend analysieren, dass Muster erkannt werden, deren Auswirkung zu möglichen Maschinenausfällen führen könnte und dadurch präventive Wartungsmaßnahmen eingeleitet werden können.“

Stefanie Naujoks

Senior Analyst – Manufacturing

PAC – a CXP Group Company

Digital Business Services BU

 

„Industrie 4.0 ist für Industrie- und größere IT-Unternehmen keine Option, sondern eine Notwendigkeit, um in Zukunft international wettbewerbsfähig zu bleiben. Nachdem die Informationstechnologie seit mehreren Jahrzehnten größtenteils von den Vereinigten Staaten dominiert wird, bietet Industrie 4.0 bzw. das Internet-of-Things für deutsche Industrieunternehmen die vielleicht letzte Chance, auch weiterhin eine international führende Rolle einnehmen zu können. Die Weichen für diese neue vernetzte Technologie, welche de facto die gesamte Wertschöpfungskette umfasst (Entwicklung, Logistik, Produktion, Vertrieb), werden jetzt gestellt. Besondere Bedeutung haben hierbei aus meiner Sicht die Bereiche integriertes Prozess- und Datenmanagement inklusive BI (Business Intelligence) mit autonom agierenden Softwareagenten. Die dadurch flexibel gestaltbaren Smart Services ermöglichen Unternehmen auch in Hochpreisländern wie Deutschland ein wichtiges Kundenbindungskriterium im weltweiten Wettbewerb.“

Ing. Rainer VOLK, BsC

Selbstständiger IT Projektmanager und Berater

 

„Bei Industrie 4.0 geht es um die Entwicklung innovativer und datenbasierter Geschäftsmodelle auf der einen Seite und um Effizienzpotenziale durch Technologien wie Automatisierung, Collaboration und Smart Data Analytics auf der anderen Seite. Mittelständische Unternehmen reiten im Moment sehr stark auf der Effizienzwelle, wenn es um die Digitalisierung der Produktionsprozesse geht. Laut einer aktuellen Lünendonk-Studie haben nur knapp 10 Prozent der Unternehmen ihre Wertschöpfungsprozesse mit denen ihrer Partner (Zulieferer, Abnehmer, Logistikdienstleister) vernetzt. 40 Prozent weisen eine geringe Vernetzung auf. Auch das Thema Stammdatenmanagement ist für durchgängige und digitale Produktions- und Logistikprozesse erfolgskritisch, wird aber sehr stiefmütterlich behandelt. Dagegen macht der Mittelstand große Fortschritte bei der Standardisierung und Harmonisierung seiner IT-Prozesse. Das allein genügt allerdings nicht; CIOs im Mittelstand müssen erkennen, dass der Fokus auf reine Effizienz nicht ausreicht, um Industrie 4.0-fähig zu sein. Sie müssen mehr probieren, schneller sein, mehr aus den Daten machen und den Fachbereichen zeigen, dass die IT innovationsfähig ist. Denn sie ist es durchaus!“

Mario Zillmann

Partner

Lünendonk GmbH, Gesellschaft für Information und Kommunikation

 

„In der Praxis wissen mittelständische Unternehmen oft nicht, was Industrie 4.0 für sie bedeutet und wie sie Industrie 4.0 sinnvoll für sich nutzen können. Die einseitige Fokussierung auf die Smart Factory lassen Veränderungen in den Wertschöpfungsstrukturen der Industrieunternehmen derzeit noch weitgehend unberücksichtigt. Durch die vermehrte, mediale Berichterstattung rückt das Thema der digitalen Transformation jedoch zusehends in den Fokus der Geschäftsleitung. Es ist zu erwarten, dass sich die mittelständischen Unternehmen in den nächsten 3 bis 5 Jahren nicht nur mit Industrie 4.0 und Smart Factory, sondern mit tiefgreifenden  Veränderungen in Strategien, Produkten, Prozessen oder Verhaltensweisen befassen werden müssen. Business Transformation Manager werden eine zentrale Rolle in der Gestaltung und Umsetzung solch komplexer Transformationen übernehmen.“

Dr. Alfred Painsi, MSc MBA

Geschäftsführer

ipmc Consulting Alfred Painsi

 

„Industrie 4.0 braucht ein modernes ERP und einen professionellen ERP-Einsatz. Industrie 4.0 wird als nächste Stufe der industriellen Evolution angesehen. Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Industrie 4.0 ist keine grundsätzlich neue Entwicklung, sondern die weitere Fortsetzung der Digitalisierung und der Optimierung IT-gestützter Prozesse unternehmensintern bis hin zu Kunden und Lieferanten.  Damit Unternehmen  mittelfristig Industrie 4.0-fähig werden, müssen sie heute ihre ERP-Systeme modernisieren und ihren ERP-Einsatz verbessern. MQ result unterstützt seit 15 Jahren, in bislang über 200 Projekten, Unternehmen dabei, eine zukunftsträchtige und hoch integrierte ERP- bzw. IT-Landschaft aufzubauen.“

Alfred Gänsler

Vorstand

MQ | result consulting AG

 

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