E-Invoicing-Pflicht demnächst in Belgien

Aufgrund der großen Mehrwertsteuerlücke hat sich Belgien zu einer E-Invoicing-Pflicht entschlossen. Die MwSt-Lücke summierte sich in Belgien auf rund 12,3 % im Jahr 2019, was einem Schätzwert von rund 4,4 Mrd. Euro entspricht. Daher hat die belgische Regierung beschlossen, die elektronische Rechnungsstellung zunächst für B2G-Transaktionen und anschließend für B2B-Transaktionen verbindlich einzuführen.


B2G-E-Invoicing in Belgien

Auf der Grundlage des Entwurfs eines königlichen Erlasses wird die neue B2G-E-Invoicing-Pflicht schrittweise eingeführt. Der Termin der Pflicht hängt vom individuellen Wert des Regierungsauftrags ab. Der Zeitplan und die Wertschwelle sehen wie folgt aus:

  • September 2022: elektronische Rechnungen müssen für öffentliche Aufträge mit einem Wert von über 214.000 Euro ausgestellt werden,
  • März 2023: elektronische Rechnungen müssen für öffentliche Aufträge mit einem Wert von 30.000 Euro oder mehr ausgestellt werden,
  • September 2023: elektronische Rechnungen müssen für öffentliche Aufträge unter 30.000 Euro ausgestellt werden,

Der Schwellenwert liegt bei 3.000 Euro, so dass Rechnungen unter diesem Betrag ausgenommen sind.


B2B-E-Invoicing in Belgien

Was die elektronische Rechnungsstellung im B2B-Bereich in Belgien betrifft, so wird sie wahrscheinlich 2024 eingeführt werden 

  • Juli 2024: obligatorische elektronische Rechnungsstellung für große Steuerzahler gelten,
  • Januar 2025: obligatorische elektronische Rechnungsstellung für mittlere Steuerzahler gelten,
  • Juli 2025: obligatorische elektronische Rechnungsstellung für alle, auch kleine Steuerzahler.

 

Als gemeinsamen Standard für die elektronische Rechnungsstellung im B2B-Bereich wird Belgien wahrscheinlich den PEPPOL-Rahmen (wie für B2G-Transaktionen) übernehmen. Ausgehend vom 4-Corner-Modell wird die belgische Steuerbehörde höchstwahrscheinlich auf das 6-Corner-Modell umsteigen.

 

E-Invoicing: 4--Corner-Modell

Beim 4-Corner-Modell von PEPPOL tauschen der Käufer und der Lieferant elektronische Rechnungen über einen PEPPOL Access Point aus. Dabei handelt es sich um einen PEPPOL-zertifizierten Dienstleister, der die Datensicherheit und die Einhaltung der PEPPOL-Standards (wie das UBL-Format und das AS4-Kommunikationsprotokoll) gewährleistet.

E-Invoicing: 6-Corner-Modell

Beim 6-Corner-Modell tauschen die PEPPOL Access Points des Käufers und des Lieferanten auch Daten mit dem PEPPOL Access Point der allgemeinen Steuerverwaltung aus. Belgien entscheidet sich nicht für eine staatliche E-Invoicing-Plattform (wie Chorus Pro in Frankreich oder SDI in Italien). Stattdessen wird ein privater PEPPOL Access Point (corner five) für die Bereitstellung von E-Invoicing-Diensten ausgewählt. 

Aufgrund des kurzen Zeitrahmens für die Umsetzung der Verpflichtung für KMU, elektronische Rechnungen zu erhalten, wird es die Möglichkeit geben, die belgische E-Invoicing-Plattform Hermes zu nutzen, die derzeit von Unternehmen bei B2B-Transaktionen verwendet werden kann. Die Plattform ermöglicht den Empfang von elektronischen Rechnungen und die Umwandlung in PDF-Dokumente, die dem Unternehmen per E-Mail zugesandt werden.

Wenn Sie mehr über die bevorstehenden Änderungen in Belgien erfahren möchten und herausfinden wollen, wie Sie sich am besten darauf vorbereiten, treten Sie gern unverbindlich mit uns in Kontakt.

 

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Erfahrung mit internationalem E-Invoicing

 

Comarch ist ein zuverlässiger sowie gut informierter und vorbereiteter Experte für die Verwaltung elektronischer Rechnungen. Die Lösungen von Comarch sind mit den verschiedenen E-Invoicing-Anforderungen in zahlreichen Ländern im Einklang, zum Beispiel in Italien (SDI), Polen (KSeF), wo das E-Invoicing-Modell dem in Frankreich geplanten sehr ähnlich ist, Indien (GST-System), Saudi-Arabien (ZATCA) und vielen weiteren Ländern. Comarch ist auch der einzige europäische zertifizierte Anbieter von e-Invoicing in Thailand.

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