Polen schließt Konsultationen zum KSeF 2.0 Business-Event-Modell ab

Am 23. April 2026 leitete das polnische Finanzministerium eine öffentliche Konsultation zu einem vorgeschlagenen Business-Event-Modell und einem Mechanismus zur Synchronisierung von Änderungen für das Nationale E-Invoicing-System (KSeF) ein. Dieser Vorschlag stellt die nächste Entwicklungsphase der KSeF 2.0 API dar und zielt darauf ab, Marktfeedback einzuholen, bevor die Integrationsarchitektur finalisiert wird.

Technischer Synchronisationsmechanismus

Der Vorschlag skizziert einen Zielmechanismus für den Austausch von Informationen über Rechnungskorrekturen. In diesem Modell wird KSeF weiterhin die ursprünglichen strukturierten Rechnungen speichern und gleichzeitig ergänzende Geschäftsdaten als separate, verknüpfte Ereignisse aufzeichnen. Das Finanzministerium bestätigt, dass dieser Ansatz die zugrunde liegenden strukturierten Rechnungsdaten, die bereits in KSeF gespeichert sind, nicht verändern wird.

Neuer Business-Event-Katalog und Tracking-Mechanismus

Ein zentraler Bestandteil des Vorschrags des Finanzministeriums ist die Einführung eines umfassenden Business-Event-Katalogs. Anstatt den aktiven Status einer Rechnung mit jedem Update zu überschreiben, wird jede operative Änderung als unabhängiges Ereignis mit einer eigenen Kennung und eigenen Metadaten (wie Autor und Erstellungsdatum) protokolliert. Dies bewahrt die historische Aufzeichnung und ermöglicht es, den aktuellen Status einer Rechnung aus der chronologischen Abfolge der aufgezeichneten Ereignisse präzise zu rekonstruieren.

Da das Finanzministerium den vielschichtigen Charakter des vorgeschlagenen Ereigniskatalogs anerkennt, empfiehlt es, detaillierte Diskussionen über spezifische Ereignistypen in separaten Runden zu führen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Hauptfokus auf der umfassenderen architektonischen Integration bleibt. Die Konsultation hebt mehrere anschauliche Beispiele für potenzielle rechnungsbezogene Ereignisse hervor:

  • Ausstellung von Erstrechnungen und nachfolgenden Korrekturen
  • Interne Qualifizierungsstatus (z. B. „zu buchen“ oder „Klärung erforderlich“)
  • Zahlungsverfolgung, die sowohl Teil- als auch Vollzahlungen umfasst (derzeit freiwillig; die Verpflichtung zur Angabe von KSeF-Kennungen bei Banküberweisungen ist für den 1. August 2026 geplant)
  • Positionsänderungen, wie etwa der Ausschluss einer bestimmten Position von der Abrechnung
  • Betrugs- und Sicherheitswarnungen bezüglich des Massenversands von Rechnungen, Identitätsdiebstahlsversuchen oder verdächtigen Links
  • Benutzerdefinierte Geschäftsattribute in einem Key-Value-Format

Erweiterung der API-Operationen

Um dieses Modell zu unterstützen, wird die vorgeschlagene KSeF 2.0 API-Erweiterung zwei operative Kategorien abdecken:

  • Lesen (Read): Herunterladen oder Exportieren von Ereignislisten, Bestimmen des aktuellen Rechnungsstatus auf Basis von Ereignissen und Erweitern des Abrufs von Metadaten um zusätzliche Business-Events.
  • Aufzeichnen (Record): Durchführung von Operationen an Rechnungen, die neue Business-Events generieren.

Zeitplan der Konsultation

Die Frist für die öffentliche Konsultation endete offiziell am 8. Mai 2026. Marktteilnehmer waren eingeladen, ihr Feedback und ihre Vorschläge beim Finanzministerium einzureichen, um den endgültigen Umsetzungsumfang mitzugestalten. Der vollständige technische Vorschlag steht weiterhin in der offiziellen KSeF-API-Dokumentation zur Überprüfung bereit.

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