Innerhalb eines EDI-Systems (Electronic Data Interchange) finden eine Vielzahl von Prozessen statt, bevor ein Dokument seinen vorgesehenen Empfänger erreicht. Diese umfassen unter anderem:
Datenerfassung, Decodierung, Aufsplittung, Fehlerbehandlung, Validierung, Mapping, Autorisierung, Routing, Vorassemblierung und Assemblierung der Daten.
Der gesamte Ablauf lässt sich in drei einfache Hauptschritte unterteilen:
1. Dokumentenvorbereitung
Zunächst wird die benötigte Information gesammelt und organisiert – zum Beispiel durch die Erstellung einer Datei, die alle relevanten Daten enthält, um ein EDI-Dokument im System zu generieren. Diese Daten können manuell eingegeben, aus Datenbanken exportiert oder auch automatisch erzeugt werden.
Ein vollständiges EDI-Dokument ist eine Datei, die in vordefinierten Segmenten und standardisierten Datenfeldern strukturiert ist – entsprechend den spezifischen Anforderungen der verwendeten EDI-Standards.
Gängige EDI-Dokumenttypen im geschäftlichen Austausch
Im Rahmen von EDI werden unterschiedliche elektronische Dokumenttypen zwischen Geschäftspartnern ausgetauscht. Zu den am häufigsten verwendeten gehören:
- Bestellungen (ORDERS)
- Rechnungen (INVOIC (EDIFACT), VDA 4906, VDA 4938, ANSI X12 820, INVFIL
- Versandanzeigen
- DESADV (EDIFACT)
- VDA 4913
- VDA 4987
- ANSI X12 856
- DELHDR
- Wareneingangsmeldungen
- RECADV
- VS30
- VDA 4989
- ANSI X12 846
- Bestellbestätigungen (ORDRSP)
- Bestandsmeldungen
- INVRPT
- VS35, VS36
- VDA 4990
- ANSI X12 846
2. Übersetzung von Verkaufsberichten (SLSRPT, ANSI X12 852) in EDI-Formate
Im nächsten Schritt werden die gesammelten Daten mithilfe spezialisierter Software in das entsprechende EDI-Standardformat übersetzt. Diese Übersetzungsfunktion – auch als EDI-Mapping bekannt – wird in der Regel von erfahrenen EDI-Dienstleistern bereitgestellt, da sie fundiertes Know-how in der Definition von Datenzuordnungen (Mappings) erfordert.
Das Mapping beschreibt die Beziehung zwischen internen Datenstrukturen und dem standardisierten EDI-Format. Dabei werden Informationen aus Quellformaten wie SAP IDOC, CSV oder Excel-Dateien in EDI-konforme Formate wie EDIFACT, ANSI X12 oder branchenspezifische Varianten übersetzt.
Zu den häufig genutzten Zwischenformaten für EDI-Dateien gehören:
Diese Formate dienen der Sicherstellung der Systemkompatibilität und ermöglichen eine reibungslose Kommunikation zwischen verschiedenen IT-Systemen.
3. Übertragung der EDI-Dokumente
Sobald die Dokumente erfolgreich in das passende EDI-Format übersetzt wurden, erfolgt ihre Übermittlung an den angebundenen Geschäftspartner mit EDI-Fähigkeit.
Zur sicheren elektronischen Datenübertragung werden die Dokumente verschlüsselt. Für den Verbindungsaufbau und die Übermittlung kommen etablierte Kommunikationsstandards zum Einsatz, darunter unter anderem:
- AS2 (Applicability Statement 2)
- sFTP (Secure File Transfer Protocol)
- FTP/VPN (File Transfer Protocol über Virtual Private Network)
- Web Services (SOAP/REST)
Diese Protokolle gewährleisten Datensicherheit, Integrität und Nachverfolgbarkeit – zentrale Anforderungen im Bereich E-Invoicing und digitaler B2B-Kommunikation.