Vereinigtes Königreich wählt Peppol als zentrales Interoperabilitätsnetzwerk für die elektronische Rechnungsstellung
Die britische Regierung hat bestätigt, dass Peppol als zentrales Interoperabilitätsnetzwerk für die elektronische Rechnungsstellung im Vereinigten Königreich dienen wird, wobei eine Verpflichtung für 2029 angestrebt wird. Die Ankündigung beseitigt jegliche verbleibende Unklarheit über die Richtung des E-Invoicing-Frameworks im Vereinigten Königreich und ermöglicht es Softwareentwicklern, Dienstanbietern und Unternehmen, die Produktentwicklung und Implementierungsstrategien mit größerer Sicherheit zu planen.
Der Hintergrund
Die E-Invoicing-Pläne des Vereinigten Königreichs für 2029 wurden erstmals im November des Vorjahres angekündigt, woraufhin der Markt auf weitere Klarheit über das technische Modell wartete. Diese Klarheit ist nun gegeben. Die Entscheidung für Peppol ist kein experimenteller Schritt – sie spiegelt eine bewusste politische Entscheidung wider, die auf jahrzehntelanger Praxiserfahrung in ganz Europa und darüber hinaus basiert.
Das Vereinigte Königreich fängt nicht bei null an. Der NHS (National Health Service) tauscht bereits seit 2022 Rechnungen über das Peppol-Netzwerk aus und gehört schon jetzt zu den weltweit größten Teilnehmern des Netzwerks. Diese bestehende Infrastruktur bietet ein praktisches Fundament, auf dem die umfassendere Verpflichtung aufgebaut werden kann.
Kernelemente des Frameworks
Das etablierte Framework stützt sich auf drei Säulen:
- Peppol als Interoperabilitätsnetzwerk
- EN 16931 as semantischer Standard
- Ein strukturierter Übergang, der zur Verpflichtung im Jahr 2029 führt
Die umfassendere Steuer- und Zollmodernisierung der Regierung
Die Peppol-Ankündigung ist Teil eines größeren Pakets von Steuer- und Zollmaßnahmen, die von der Regierung eingeführt wurden, um administrative Belastungen zu reduzieren, die Rechtssicherheit zu verbessern und die Systeme der HMRC (britische Steuerbehörde) zu modernisieren. Innerhalb dieses Pakets wird die E-Invoicing-Entscheidung ausdrücklich als ein Signal hervorgehoben, das dem Markt eine klare Orientierung für den Weg bis 2029 gibt.
Die Regierung hat zudem bestätigt, dass sie weiterhin mit den Stakeholdern bezüglich der Rolle von Altsystemen (Legacy-Systemen) im Austausch bleiben wird, die innerhalb des künftigen Frameworks nicht interoperabel sind.
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